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Samstag, 16. Januar 2010

Secret of Monkey Island (Special Edition)






Einleitung
Entwicklung/Plot:
Dies ist nicht wirklich ein neues Spiel mit vielen Überraschungen, da es sich um eine reine HD-Erneuerung des klassischen ersten Monkey Island Abenteuers von 1990 handelt, die dennoch überraschender Weise von Lucasarts produziert wurde, obwohl die Firma Adventures scheinbar abgeschrieben hatte. Zeitgleich mit dem 5.Teil "Tales of Monkey Island" ließ das Spiel nach 9 Jahren (2009) alle Fans so sehr aufatmen, dass es wahrscheinlich einige sauerstoffübereizte Hirne ins Krankenhaus geschafft haben.
Das Remake hat logischer Weise dieselbe Handlung wie das Original: Guybrush will Pirat werden, verliebt sich in die Gouverneurin Elaine Marley und muss den Geisterpiraten LeChuck besiegen, der sie aus liebe niederträchtig entführt. So trommelt der junge Threepwood eine Crew zusammen, die schnurstracks Kurs auf Monkey Island nimmt, wo sein angehender Erzfeind ein Geheimversteck hütet.


Kritik
Die Story: Die aus heutiger Sicht etwas banale Geschichte des tollpatschigen Guten und des absoluten Bösen, die beide um ein und die selbe Frau ringen, hat bis Heute dennoch kein bisschen an Charme verloren. Die pure Piratik der Figuren, der Dialekte und der Dialoge ist kein Vergleich zu dem absolut fantasygehaltigen "Tales of Monkey Island". Die Spannung und Atmosphäre war legendär und ist hier perfekt umgesetzt worden.
-> Bewertung alte Version 20/20
-> Bewertung neue Version 20/20


Das Gameplay: In wenigen Worten zusammengefasst wäre es: "Wahnsinnig lustig!"; "Vollgepackt mit vielseitigen anspruchsvollen Rätseln!"; "Man will immer mehr!".
Aber ich muss natürlich auch auf die Neuerungen eingehen und feststellen, inwiefern sie den Spielspaß erhöhen oder eventuell sogar zerstören.
Da wäre als erstes das Interface, welches mir nun nicht mehr kontinuierlich die bereits gesammelten Objekte und verfügbaren Befehle vor die Nase hält, sondern mit zwei Knöpfen separat aufrufbar ist.
Das heißt aber, dass ich um einen Troll nen Fisch zu geben, erst mein Befehlsmenü öffne, auf "gebe" klicke, dann mein Inventar aufrufe, wo ich mit der linken Maustaste auf den Fisch klicke, weiterhin verschwinden beide Menüs automatisch, damit ich mit dem "gebe Fisch"-Befehl letztendlich auf den Troll einen weiteren Linksklick auszuführen kann. Obwohl ich schon oft und lange Monkey Island gespielt habe, passierte es mir auf diese Weise ständig, dass ich zwischendurch einmal aus Versehen die falsche Maustaste betätigte und wieder von vorne anfangen durfte.
Zeiträtsel, wie das mit der Möve, sind durch diesen Umstand nur schwerlich zu bewältigen und im Falle des Wunsches zwei Dinge im Inventar zu kombinieren, muss ich erst einen Gegenstand benutzen, dann verschwindet das Inventar, sodass ich es noch einmal öffnen muss um dies letztendlich tun zu können.
Wenn das Interface nicht mehr ständig zu sehen sein sollte, hätte ich abermals das Dreibefehle-Menü aus MI3 empfohlen (Mund, Hand, Auge). Zwar besteht die Möglichkeit im Mauszeiger durch die Befehle zu scrollen (Mausrad/Shortcuts), aber immer extra einen Befehl ausführen zu müssen, um ein Objekt verwenden zu können, lässt mich eindeutig ein DragnDrop System bevorzugen. Hier finden wir also kaum sinnvolle Innovation, es wurde eher alles noch um einiges komplizierter.
Was ebenfalls vorteilhaft gewesen wäre und dennoch keinen Platz im Remake fand, hätte eine Möglichkeit sein können, Wege abzukürzen, indem ich Guybrush mit einem Doppelklick sofort an den gewünschten Ort buchsiere oder ihn wenigstens schneller gehen lasse. So muss man einer extrem langsamen Figur dabei zusehen, wie sie genüsslich den Rückweg durch die Stadt antritt, statt sofort auf die Inselmap wechseln zu können und dem guten Threepwood beim 50.ten Mal Paddeln um Großmonkeyisland beobachten.
Ein Positive Neuheit ist jedoch eine spaßig einfache neue Hilfsfunktion, die erst wiederholt, was dein Ziel war (falls du es vergessen hast),, bei erneutem Fragen immer genauer wird bis sie einfach einen Pfeil erscheinen lässt, der dir genau zeigt was du wo machen musst (Ich hoffe ihr macht es euch damit nicht zu leicht).
Das eigentlich schöne Extra, zwischen der neuen und der alten Version hin und her zu wechseln bietet zu meiner Enttäuschung nicht viele Möglichkeiten. Erstens gibt es in der alten Version leider keine deutschen Titel, zweitens kann man das alte Spiel nicht mit der neuen Sprachausgabe spielen, sondern ist dafür gezwungen, das neue Design anzunehmen und drittens ... -> (weiter gehts im "Grafik/Leistung" - Teil)
-> Bewertung alte Version 18/20
-> Bewertung neue Version 15/20


TheThe


Der Sound: Kleine Hintergrundgeräusche, komplett neu eingespielte Musik und die lang ersehnte (leider bisher nur englische) Vertonung der Dialoge bereichern das Spielerlebnis in hohem Maße.
Die Stimmen sind fast alle aus dem 3. und 4. Affenkapitel übernommen worden und die Akteure leisten phänomenale Arbeit, womit sie den Humor so verstärken, dass man an Stellen lacht, an denen man damals nicht gedacht hätte, das diese überhaupt Witz beinhalten. Die altbekannte Musik wurde an den richtigen Stellen nuanciert und perfekt angepasst. An Stellen an denen damals keine Musik spielte, ertönen jetzt Geräuschkulissen mit Atmosphäre. -> Soundtrack Download
-> Bewertung alte Version 19/20
-> Bewertung neue Version 20/20

Grafik/Leistung: ...drittens kann man mit dem Emulator "ScummVM" das alte Spiel per kleiner Filter in um einiges glatterer Grafik spielen, was hier leider nicht möglich ist, obwohl es auf dem Scumm Code programmiert wurde.
Die neue Grafik kann sich wiederum sehen lassen, immerhin ist sie in High Definition betrachtbar. Vor allem die Hintergründe und Wassereffekte weisen eine ästhetische Dreidimensionalität auf.
Dass man in der alten Version keine humorbereichernde Sprachausgabe genießt, ist nicht so schlimm wie die Tatsache, dass die neue Version ohne Sprachausgabe fast jeglichen Witz verlieren würde, weil die comichaften Witzfiguren nun einem um einiges kälterem Design gewichen sind.
Der kerzengerade gehende Guybrush scheint nun auf einer Schiene zu laufen und allgemein sieht er nicht mehr schluderig torkelnd, sondern sehr ordentlich und Bubihaft aus.
Nachdem er per Voodorezept nach Monkey Island gelangt liegt er eigentlich mit auf dem Kajütenboden platt gedrücktem Gesicht und verbogenen Armen auf dem Boden, doch jetzt liegt er da wie ein Kerzenständer und guckt uns an wie etwas lebloses, mit dem man sich einfach nicht identifizieren will. Aber wie schon gesagt, finden wir den echten Guybrush in der Synronisation wieder, die die traurigen Charakterdesigns gut überdeckt.
Auch wenn das Charakterdesign sich stark geändert hat, sind Atmosphäre und Farben des alten Charmes geblieben.
Leider sind die Animationen ähnlich wie das Charakterdesign oft zu steif und undynamisch, sodass Guybrush einen viel langsameren Gang zu haben scheint. Auch die extremen Nahaufnahmen der Gesichter haben ein bisschen Charme eingebüßt, weil der Wechsel von comicartiger Pixelgrafik zu fotorealistisch bestoppelten Piratenvisagen fehlt und Mundanimationen mittlerweile ergänzt werden könnten.
Für die hochwertigen HD-Hintergründe läuft das Spiel selbst auf älteren Rechnern erstaunlich schnell mit nur kurzen Ladezeiten.
-> Bewertung alte Version 19/20
-> Bewertung neue Version 16/20


Fazit: Die überwiegend grafische Überarbeitung der Adventurelegende "Secret of Monkey Island" erwies sich als hauptsächlich unnötig. Trotz allem bringt diese Version eine Wahnsinns (bisher nur englische) Sprachausgabe mit sich und kann -trotz kleiner Ungereimtheiten- mit kleinen Extras wie der Hilfefunktion entzücken. Zu guter letzt sind sowohl die alte als auch die neue Version enthalten, wodurch man sich jederzeit während des Spieles hin und her entscheiden kann.

  • Spaßfaktor 18/20 -> 90% Spaßig
  • FSK: 12
Preis/Leistung [7€/90%]
-> 100% Kaufen!